Dojang - Regeln           ( Dojang = Übungsraum )

 

1. Pünktlichkeit

Um unnötige Verzögerungen zu vermeiden, sollen die Schüler rechtzeitig (ca. 10 min) vor Beginn der Unterrichtseinheit anwesend sein. Ein Zuspätkommen stört den Unterrichtsablauf. Sollte es sich aus z.B. beruflichen Gründen nicht vermeiden lassen, so ist sich selbstständig aufzuwärmen und dann den Lehrer um Erlaubnis zu bitten, mitmachen zu dürfen.

Während der Zeit des Umkleidens und des Wartens auf den Unterrichtsbeginn ist sich ruhig zu verhalten um die vorangehende Gruppe beim Üben nicht zu stören.

2. Bekleidung

Die Bekleidung beim Training besteht aus einem sauberen Tobok und einem ordentlich gebundenen Gürtel entsprechend der Graduierung.

Mädchen und Frauen dürfen zusätzlich ein weißes Unterhemd oder T-Shirt tragen.

Trainiert wird grundsätzlich barfuss. Uhren, Ringe, Ketten oder sonstiger Schmuck sind wegen der Verletzungsgefahr verboten.

3. Hygiene

Auf ausreichende Körperpflege ist vor dem Unterricht zu achten. Die Hände und Füße sollten gewaschen sein, sowie die Finger- und Zehennägel kurz geschnitten sein. Sollte sich jemand während des Unterrichts verletzen und Blut verlieren, so ist aus Gründen der Infektionsgefahr dieses sofort aufzuwischen.

4. Drogen, Nahrungsmittel

Rauchen ist im Dojang selbstverständlich verboten genauso wie das Trainieren im alkoholisierten Zustand. Das Einnehmen von Speisen und Getränken ist ebenfalls nicht gestattet.

Bei heißer Witterung oder harten Trainingseinheiten darf zur Vermeidung eines übermäßigen Leistungsabfalles in Absprache mit dem Trainer Wasser getrunken werden.

5. Aufmerksamkeit

Die Hinweise und Anweisungen des Trainers sind aufmerksam aufzunehmen und zu befolgen. Es soll versucht werden, die Übungen so exakt wie möglich entsprechend den Vorgaben umzusetzen. Denn (meistens) steht ein Konzept hinter den Übungen und deren Abfolge (der sogenannte „methodische Weg“).

Ebenso sind die Übungen mit vollster Konzentration auszuführen, vor allem die Partnerübungen, da hier eine nicht unerhebliche Verletzungsgefahr besteht.

6. Ruhe

Damit Konzentration möglich ist, sollte während der Erklärung durch den Lehrer Ruhe herrschen. Auch im Übungsbetrieb selbst ist auf Disziplin zu achten und die Unterhaltungen auf ein notwendiges Mindestmass zu beschränken.

7. Verlassen des Dojang

Grundsätzlich sollte es vermieden werden, die Übungsstunde vorzeitig zu verlassen oder zu unterbrechen. Abweichungen hiervon sollten mit dem Trainer vor Beginn des Unterrichts abgesprochen werden um Missverständnisse zu vermeiden. Vor Beginn des Trainings ist die Blase zu entleeren. Falls eine Unterbrechung doch erforderlich ist, muss sich der Schüler aus Gründen der Aufsichtspflicht beim Trainer abmelden.

8. Loyalität

Die Übungen sind entsprechend den Vorgaben des Lehrers auszuführen, auch wenn sie für die Schüler manches Mal unlogisch erscheinen. Kritik ist während des Unterrichts zu unterlassen. Allerdings spricht nichts dagegen, nach Ende der Übungsstunde mit dem Lehrer zu sprechen und eventuelle Unklarheiten in einem offenen und ehrlichen Gespräch zu klären.

9. Respekt

Jeder Trainingspartner sollte mit dem gleichen Respekt behandelt werden unabhängig von Alter, Geschlecht, Konstitution oder Graduierung. Jeder kann von jedem lernen!

Auf einen höflichen Umgangston und ein soziales Verhalten wird Wert gelegt. Motto: Behandele andere immer so, wie du gerne selbst behandelt werden möchtest.

10. Verbeugung

Das Ritual des Verbeugens ist sicherlich dasjenige, welches fremden Beobachtern am stärksten auffällt. Grundsätzlich ist bei folgenden Anlässen eine respektvolle Verbeugung auszuführen:

  • Beim Betreten und Verlassen des Dojang bzw. der Trainingshalle. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass der Schüler ab diesem Moment sich vollkommen dem Training widmet und versucht, seinen Alltag mit all seinen Problemen außen vor zu lassen.

  • Zu Beginn und beim Ende des Trainings zum Lehrer hin.

  • Bei Partnerübungen jeweils zur Begrüßung und Verabschiedung des Trainingspartners.

  • Vor Ausführung eines Bruchtests zum Prüfer hin.

  • Vor dem Freikampf um auch hier die Achtung vor dem Gegner zum Ausdruck zu bringen.

  • Vor der Vorführung einer Form in Prüfung oder Wettkampf um die Achtung vor dem Prüfungsgremium bzw. dem Kampfgericht zum Ausdruck zu bringen.

Dieses Verbeugen sollte nicht achtlos als inhaltsloses Ritual ausgeführt werden sondern dient in diesem Moment viel mehr der Sammlung und der kurzen Reflektion dessen, was als nächstes folgen soll.


Aufstellungsformen:

Zu Beginn und zum Ende einer Trainingseinheit stellen sich die Schüler in disziplinierter Weise schachbrettartig auf. In dieser Form erfolgt das Angrüssen und das Abgrüßen. Das Kommando hierfür gibt entweder der ranghöchste Schüler oder der Lehrer selbst.

Klassische Aufstellung:

Der ranghöchste Schüler steht (von den Schülern aus gesehen) links vorne. Die rangniederen Schüler stellen sich rechts von ihm in mehreren Reihen auf. Ist die zur Verfügung stehende Breite ausgenutzt, so stellt sich der nächste Schüler wieder auf die linke Seite und so fort.

Der entscheidende Nachteil dabei ist, dass gerade diejenigen, die es am nötigsten hätten -nämlich die Anfänger- am wenigsten vom Trainer sehen.

Lernorientierte Aufstellung:

Aus diesem Grunde sollte aus die lernorientierte Aufstellung bevorzugt werden: Hierbei stehen alle Schüler mit der gleichen Gürtelfarbe in einer Reihe hintereinander - links die Meistergrade, rechts die Anfänger. Wenn innerhalb dieser Reihen auch noch die Kleinsten vorne und die Größten hinten stehen, hat jeder Schüler die Chance, den Trainer optimal zu beobachten. Außerdem kann im Zweifelsfalle jeder Schüler links bei den Höhergraduierten abschauen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass alle Schüler gleichzeitig verschiedene, den Graduierungen angepassten Übungen durchführen können. Der Trainer erkennt sehr schnell, wenn sich jemand in der Reihe falsch bewegt und kann entsprechend korrigieren.

 

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