| Taekwondo |
![]() Taekwondo (auch Tae-Kwon-Do oder Taekwon-Do) ist ein koreanischer Kampfsport und steht für Fuß (Tae), Faust (Kwon) und Weg (Do, hier ist der Weg des Geistes gemeint). Obwohl Taekwondo für den laienhaften Betrachter große Ähnlichkeiten mit anderen asiatischen Kampfsportarten aufweist, unterscheidet es sich doch in einigen wesentlichen Punkten von diesen. So ist die Taekwondo-Technik sehr auf Schnelligkeit und Dynamik ausgelegt, was nicht zuletzt durch den Wettkampf bedingt ist. Im Taekwondo dominieren Fußtechniken deutlicher als in vergleichbaren Kampfsportarten. |
|
|
Geschichte und Entwicklung |
|
| Wie in vielen Ländern, aus denen Kampfsportarten
hervorgegangen sind, gibt es auch in Korea eine Jahrhunderte alte Tradition an
Kampfkünsten. Es ist jedoch kein direkter ursächlicher Einfluss von ihnen auf
die Entstehung und anfängliche Entwicklung dessen, was später Taekwondo werden
sollte, festzustellen. Seit den fünfziger Jahren hat sich diese Sportart international ausgebreitet. Die World Taekwondo Federation (WTF; gegründet 1973, Sitz in Seoul) umfasst mittlerweile mehr als 140 nationale Verbände. Man schätzt, dass heute weltweit etwa 22 Millionen Menschen aktiv Taekwondo betreiben. Die ersten Weltmeisterschaften fanden 1973 statt und werden seitdem alle zwei Jahre ausgetragen. Europameisterschaften gibt es seit 1976. Die Deutsche Taekwondo Union (DTU) wurde 1981 gegründet und ging aus der Sektion Taekwondo des DJB hervor. Die DTU ist Mitglied in der European Taekwondo Union (ETU) sowie des Weltdachverbandes WTF. Damit ist die DTU vom NOK und vom DSB als einziger offizieller Verband anerkannt und berechtigt, Sportler zu den Olympischen Spielen zu entsenden. Heute trainieren über 58.000 Aktive in der DTU, welche in ca. 850 Vereinen den Sport ausüben. |
|
Gürtel und Graduierungssystem |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Erwähnt werden soll hier als Erstes,
dass die Erkennung des Ranges nicht der Hauptgrund ist, dass beim Taekwondo
Gürtel getragen werden. Viel wichtiger ist, dass 3 Fingerbreiten unter dem
Bauchnabel das oft in der asiatischen Philosophie genannte Zentrum liegt, dass
für die Entstehung der Lebenskraft (Chi) verantwortlich ist.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
10. Kup |
|
|
|
weiß (Neueinsteiger) |
|
9. Kup |
|
|
|
weiß oder weiß-gelb |
|
8. Kup |
|
|
|
gelb |
|
7. Kup |
|
|
|
gelb oder gelb-grün |
|
6. Kup |
|
|
|
grün |
|
5. Kup |
|
|
|
grün oder grün-blau |
|
4. Kup |
|
|
|
blau |
|
3. Kup |
|
|
|
blau oder blau-rot beziehungsweise blau-braun |
|
2. Kup |
|
|
|
rot bzw. braun |
|
1. Kup |
|
|
|
rot bzw. braun oder rot-schwarz / braun-schwarz |
|
1. bis 9. Dan |
|
|
|
schwarz (bei Kindern 1. bis 3. Poom, rot-schwarz längsgestreift) |
|
10. Dan |
|
|
|
schwarz (wird vom Kukkiwon ehrenhalber verliehen, zur Zeit gibt es 5 Träger des 10. Dan WTF) |
Die fünf Säulen des Taekwondo |
|
Wettkampf |
||
Das Taekwondo hat sich von einem
koreanischen Volkssport mit der Verbreitung in der Welt, der Austragung von
internationalen Wettkämpfen und der Aufnahme in das Programm der Olympischen
Spiele zu einem modernen Wettkampfsport entwickelt. Nach Angaben der WTF
trainieren weltweit
über 40 Millionen Athleten den dynamischen
Vollkontakt-Wettkampfsport, seit der offiziellen olympischen Anerkennung in
Sydney 2000 mit steigender Tendenz.Der Wettkampf (Freikampf) findet auf einem abgegrenzten Feld statt und wird von mehreren Schiedsrichtern bewertet, von einem Kampfrichter geleitet. Der müssen, mit Taekwondo-Techniken den Gegner zu treffen (Vollkontakt). Je nach getroffener Körperstelle und Trefferwirkung werden Punkte vergeben, bei unsportlichem Verhalten können auch Strafen, d.h. Punktabzüge vergeben werden. Die olympischen Wettkämpfe finden nach den internationalgültigen Wettkampfregeln der WTF statt. Im Vollkontakt tragen die Wettkämpfer exakt vorgeschriebene Schutzausrüstung (Kopfschutz, Schienbein- und Ellbogenschoner, Tiefschutz, Zahnschutz, Brustpanzer). Als Konsequenz der starken Wettkampforientierung in der olympischen Disziplin werden schwerpunktmäßig Techniken und Kombinationen geübt, die im Wettkampf gemäß der Wettkampfordnung Trefferpunkte bringen. Im Gegensatz dazu besinnen sich die traditionellen Schulen auf ein Taekwondo ohne Wettkampfdruck und üben demzufolge das gesamte Technikspektrum. Es ist jedem Sportler selbst überlassen, ob er an den Vollkontaktwettkämpfen teilnehmen oder sich lediglich auf die Gürtelprüfungen konzentrieren will. |
||
|
Formenlauf |
||
|
Formen (engl. Pattern) sind festgelegte
Schritt- und Technikfolgen, sie gleichen einem Kampf gegen imaginäre Gegner und
dienen vor allem der Automatisierung von Bewegungsfolgen. Wichtig sind
unter anderem ein flüssiger, rythmisch ausgewogener Ablauf, korrekte Atmung,
Blickkontakt und exakte Rückkehr zum Ausgangspunkt Mitglieder unserer Abteilung werden nach und nach die verschiedenen Formen per Video vorstellen. |
||
|
Ein-Schritt-Kampf ("Ilbo
Taeryon") |
|||||||||||||||||||
Die Partnerübungen im Taekwondo
bilden das Bindeglied zwischen den Formen und dem Freikampf. Das Grundgerüst
besteht aus einem sehr genau festgelegten Ablauf. Deshalb bezeichnet man
diese Übungsform auch als einen „abgesprochenen Kampf.Hierbei wird vor allem das Abstandsgefühl und das Timing geschult, denn die Techniken sollen den Angreifer nicht treffen, sondern kurz vor dem Ziel gestoppt werden.
Selbstverteidigung
Dennoch gilt: eine 100%ige Erfolgsgarantie wird es nie geben, egal in welchem System! |
|||||||||||||||||||
|
Bruchtest |
||
| Der Bruchtest ist einer der
bekanntesten Bereiche der traditionellen Kampfkünste. Immer wieder, wenn
Kampfkünste bei Vorführungen vorgestellt werden, darf der Bruchtest nicht
fehlen. Immer dickere Materialien, immer höhere Schwierigkeitsgrade... . Das
erweckt bei Nichtfachkundigen den Eindruck, der Bruchtest sei
Hauptbestandteil der Kampfkünste und es würde den ganzen Tag nichts anderes
getan, als Körperteile abzuhärten und auf Bretter zu schlagen.
Der „Kyokpa“ (Bez. im Taekwondo) ist nur ein
kleiner Teil des Ganzen und gehört nicht zu den normalen Trainingsinhalten,
obwohl er bei Prüfungen gezeigt und bei Vorführung spektakulär präsentiert
wird. Er dient vielmehr dem Übenden als Indikator für die Stufe seiner
geistigen und körperlichen Entwicklung. |
||
Wer sich noch intensiver mit der Theorie des Taekwondo beschäftigen möchte, kann auf unsere Linkseite klicken. Dort gibt es mehrere Adressen, die sich ausführlicher mit den einzelnen Disziplinen beschäftigen.